KI im HRM, Good Work, Management Development

Kann ein Algorithmus Vertrauen schaffen? Oder anders gefragt: Trauen wir im HRM der künstlichen Intelligenz mehr zu, als wir ihr eigentlich zumuten sollten und uns selbst zu wenig? Ich finde, die Diskussion um KI im HRM ist derzeit geprägt von zwei Extremen: Euphorie über neue Effizienzgewinne auf der einen Seite und Angst vor Kontrollverlust, Intransparenz und Entmenschlichung auf der anderen. Für mich greift die Reduzierung auf diese Gegensätze zu kurz.

Gerade für uns im HRM eröffnet sich eine enorme Chance, wenn es gelingt, menschliche und künstliche Intelligenz nicht als Gegenspieler zu betrachten, sondern als Partner in einer produktiven Kooperation. KI kann helfen, Muster zu erkennen, Potenziale sichtbar zu machen oder Lern- und Entwicklungswege individuell zu gestalten. Aber Vertrauen, Sinn und Beziehung entstehen nicht durch Algorithmen, sondern durch Menschen, die sie verantwortungsvoll einsetzen.

Die entscheidende Zukunftskompetenz im HRM wird deshalb nicht sein, KI blind, sozusagen auf «Teufel, komm raus» einzusetzen, oder sie kategorisch abzulehnen, sondern sie bewusst zum Aufbau und zur Vertiefung menschlicher Verbindung zu nutzen. Das erfordert ein bisschen Mut, klare und robuste ethische Grundsätze und die Bereitschaft, Macht- und Kontrollfragen offen zu adressieren. Wenn wir diesen Dialog ernsthaft führen, machen wir aus KI kein Risiko für die Menschlichkeit in der Arbeitswelt, sondern einen Hebel für mehr Fairness, Teilhabe und Entwicklungschancen.

Vielleicht ist es an der Zeit, den Satz «Der Mensch steht im Mittelpunkt» neu zu denken: nicht als Abgrenzung gegenüber der Maschine, sondern als Einladung, beide Intelligenzen zu verbinden, und zwar für ein HRM, das effizienter ist, ohne seine Menschlichkeit zu verringern.

Ein weiteres Schwerpunktthema meines heutigen Newsletters ist die anhaltende Diskussion um den bestmöglichen Umgang mit dem Thema Home-Office. Aktuell begleite ich gerade eine Master Thesis zu diesem Thema und freue mich schon auf die vertiefte Reflexion zu diesem aktuellen Thema. Apropos Weiterbildung: Den Sinneswandel, oder vielleicht besser die Sinneserweiterung eines ehemaligen Spitzenpolitikers nach einem Philosophiestudium fand ich so bemerkenswert, dass ich auch diesen Beitrag in den Newsletter aufgenommen habe.

Ich wünsche Ihnen viel Inspiration und einen guten Wiedereinstieg nach der Ferienzeit


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KI im HRM



Can an algorithm build trust? Lightstorm’s CPO on the future of human connection at work

Can an algorithm build trust? Lightstorm’s CPO on the future of human connection at work

Kelvin Kong, CPO von Lightstorm, schildert die Zukunft der KI-gestützten Mentoring-Systeme und ihre Rolle in der Talententwicklung. KI ermöglicht personalisierte Betreuung, intelligente Mentor-Mentee-Paarungen und datengestützte Einblicke, während menschliche Berater weiterhin für emotionale Intelligenz sorgen, die für Vertrauensbildung entscheidend ist. Wichtig ist die Kombination von KI mit menschlichem Verständnis für nachhaltiges Wachstum. Zudem betont Kong die Bedeutung ethischer KI und kontinuierlicher Bildung.

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The Hype Gap: Why Most Organizations Aren’t Ready For AI At Scale

The Hype Gap: Why Most Organizations Aren’t Ready For AI At Scale

Viele Unternehmen stecken in der Frühphase fest, in der kleine KI-Experimente nie skalieren. Trotz des KI-Hypes fehlt es oft an Strategie, Governance und Roadmaps. Ein Grossteil der Mitarbeitenden nutzt KI bereits ohne das Wissen ihrer Vorgesetzten, was Risiken birgt. Der Schlüssel liegt darin, frühe Anwender zu finden, selbst zu experimentieren, KI-Talent anzuerkennen und neue Leistungskennzahlen zu definieren.

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Good Work



Hybrides Arbeiten steigert Produktivität

Hybrides Arbeiten steigert Produktivität

Hybrides Arbeiten erhöht die Produktivität und senkt Kosten für Unternehmen. Eine Studie von IWG und Arup zeigt, dass Mitarbeitende durch wegfallende Pendelzeiten bis zu 170 zusätzliche produktive Stunden jährlich gewinnen, was die Produktivität um bis zu elf Prozent steigern kann. Fachkräfte, die hybrid arbeiten, empfinden ihre Produktivität als 67 Prozent höher. Hybride Modelle senken die Fluktuation um 20 Prozent und verbessern die Work-Life-Balance. Zudem können Unternehmen Immobilienkosten um 55 Prozent reduzieren und lokale Wirtschaftsräume beleben.

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Homeoffice: Für viele Firmen überwiegen die Vorteile – doch es gibt auch Kritik

Homeoffice: Für viele Firmen überwiegen die Vorteile – doch es gibt auch Kritik

Die aktuelle Umfrage des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung zeigt, dass viele deutsche Unternehmen die Vorteile von Homeoffice erkennen. Besonders in der Informationswirtschaft und im verarbeitenden Gewerbe wird Homeoffice häufig genutzt. Während Aspekte wie Mitarbeiterzufriedenheit und einfacheres Recruiting positiv bewertet werden, sehen viele Firmen Nachteile in der internen Kommunikation und Teamarbeit. Trotz einiger Bedenken planen 90 Prozent der Unternehmen, Homeoffice-Angebote in den nächsten zwei Jahren beizubehalten.

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Büroalltag im Wandel

Büroalltag im Wandel

Der Office Report 2025 zeigt den Wandel der Arbeitswelt: 99,4% der Unternehmen bieten Home-Office an, was flexible Arbeitsmodelle und Desk-Sharing fördert. Die Anwesenheit in Büros ist dienstags am höchsten (68%) und freitags am niedrigsten (29%). Desk-Sharing wird von 49% der Befragten positiv gesehen, optimiert durch Software wie Deskpilot, die Arbeitsplätze bedarfsorientiert zuteilt. Der Trend zu Coworking Spaces, wie dem Impact Hub Vienna, unterstützt soziale und ökologische Start-ups und fördert den persönlichen Austausch.

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Management Development



Proving ROI: How To Show The Impact Of Learning In 5 Simple Steps

Proving ROI: How To Show The Impact Of Learning In 5 Simple Steps

Um den ROI von Lernprogrammen zu belegen, sollten Sie in fünf Schritten vorgehen. Erstens, koppeln Sie jede Schulungsinitiative an ein Geschäftsziel. Zweitens, wählen Sie relevante Metriken wie Produktivitätsverbesserungen und Fehlerreduktion. Drittens, nutzen Sie Pre- und Post-Assessments zur Messung der Verbesserung. Viertens, setzen Sie Technologie zur Datenerfassung ein. Schliesslich präsentieren Sie Erkenntnisse in der Sprache des Business.

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Revolution in der Chefetage: Mitarbeiter übernehmen das Ruder

Revolution in der Chefetage: Mitarbeiter übernehmen das Ruder

Der Artikel beleuchtet, dass Mitarbeiter zunehmend Führungsverantwortung übernehmen, wenn das Management versagt. Ein Beispiel ist das Siemens-Werk in Rastatt, wo die Belegschaft eine Zukunftsstrategie für unsichere Arbeitsplätze erarbeitete. Diese Entwicklung betont die Bedeutung von selbststeuernden Teams in der digitalen Arbeitswelt. Dennoch zeigt eine McKinsey-Studie Kompetenzlücken bei Arbeitnehmern, teils wegen mangelnder Weiterbildung. Die Regierung muss verstärkt auf Qualifizierung setzen, um den Erfolg der Unternehmen zu sichern.

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Seniorenstudium: Erwin Huber: Von Klimaschützer tief beeindruckt

Seniorenstudium: Erwin Huber: Von Klimaschützer tief beeindruckt

Der ehemalige CSU-Chef Erwin Huber, mittlerweile 79 Jahre alt, hat erfolgreich ein Philosophiestudium an der Münchner Hochschule für Philosophie absolviert. Besonders beeindruckt zeigte er sich von den Gesprächen mit einem jungen Klimaaktivisten. Diese Begegnungen haben seine Sichtweise auf den Klimaschutz positiv beeinflusst. Huber zieht ein positives Resümee aus seiner Studienzeit und betont seinen gewachsenen Respekt vor der engagierten und intelligenten jungen Generation.

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English Version


Can an algorithm create trust? Or to put it another way: do we in HRM put more trust in artificial intelligence than we should, and too little in ourselves? I believe that the discussion around AI in HRM is currently dominated by two extremes: euphoria about new efficiency gains on the one hand, and fear of loss of control, lack of transparency and de-humanisation on the other. For me, reducing the issue to these two opposites is too simplistic.

For us in HRM in particular, there is an enormous opportunity if we succeed in viewing human and artificial intelligence not as opponents, but as partners in a productive cooperation. AI can help to recognise patterns, reveal potential and tailor learning and development paths to individual needs. But trust, meaning and relationships are not created by algorithms, but by people who use them responsibly.

The decisive skill for the future in HRM will therefore not be to use AI blindly, come hell or high water, or to reject it categorically, but to use it consciously to build and deepen human connections. This requires a little courage, clear and robust ethical principles, and a willingness to openly address issues of power and control. If we engage in this dialogue seriously, we will not turn AI into a risk for humanity in the world of work, but rather a lever for greater fairness, participation and development opportunities.

Perhaps it is time to rethink the phrase ‘people come first’: not as a distinction from machines, but as an invitation to combine both types of intelligence for HRM that is more efficient without reducing its humanity.

Another key topic in today’s newsletter is the ongoing discussion about the best way to deal with the issue of working from home. I am currently supervising a master’s thesis on this topic and look forward to further reflection on this topical issue. Speaking of further education, I found the change of heart, or perhaps better said, the broadening of horizons of a former top politician after studying philosophy so remarkable that I have also included this article in the newsletter.

I wish you lots of inspiration and a good start to the new term after the holidays.

Ihre Stärken gezielt stärken.



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