Lohntransparenz, Innovation, Good Work, Digitalisierung
Lohntransparenz: Wer nichts zu verbergen hat, braucht auch nichts zu fürchten
Über Geld spricht man nicht? Genau das ist das Problem. In vielen Unternehmen sind Löhne noch immer ein gut gehütetes Geheimnis, obwohl es keine nachvollziehbaren Gründe dafür gibt. Dabei ist klar, dass intransparente Löhne Ungleichbehandlung begünstigen, Misstrauen schüren und dass sie längst nicht mehr zeitgemäss sind. Wer heute noch glaubt, man könne faire Vergütungen hinter verschlossenen Türen organisieren, hat den Einstellungswandel verschlafen.
Lohntransparenz ist nicht nur ein moralisches Thema, sondern auch ein Wettbewerbsvorteil. Sie zeigt Haltung, schafft Vertrauen und zwingt die Verantwortlichen, ihre Entscheidungen sauber zu begründen. Aber Transparenz tut weh, wo es Ungleichheiten gibt, die man lieber nicht erklären möchte.
Im ersten Teil des heutigen Newsletter lade ich ein zu einem kritischen Blick auf Mythen, Ängste und Möglichkeiten rund um Lohntransparenz. Es werden aber auch Beispiele von Vorreiter-Unternehmen wir die Familie Wiesner Gastronomie oder Ergon Informatik erwähnt, die schon auf die Erfolge von Lohntransparenz verweisen können. Ausserdem gibt es wie immer weitere lesenswerte Artikel, heute zum Beispiel zu Innovationen, Good Work und Digitalisierung.
Viel Inspiration beim Lesen

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Lohntransparenz

Exklusive Umfrage: Schweizer wünschen mehr Lohntransparenz
Die Umfrage von MIS Trend für Blick zeigt, dass viele Schweizer und Schweizerinnen Lohntransparenz befürworten. Während zwei Drittel sich fair entlohnt fühlen, besteht ein Geschlechtergefälle: 43% der Frauen empfinden ihren Lohn als ungerecht, im Vergleich zu 28% der Männer. Besonders Geringverdienende und Frauen unterstützen Transparenz. Jedoch sind 61% der Befragten zurückhaltend, über ihr Gehalt zu sprechen. Die Unterschiede zwischen hohen und niedrigen Einkommen vertiefen sich, und jüngere, niedrigere Verdiener zeigen sich gesprächiger über ihre Gehälter.
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Lohntransparenz bei Schweizer Unternehmen
Lohntransparenz bleibt in der Schweiz ein kontroverses Thema, jedoch bieten einige Unternehmen, wie Ergon Informatik und die Familie Wiesner, erfolgreiche Modelle an. Ergon setzt seit über 30 Jahren auf ein transparentes System, das Gleichbehandlung fördert. Wiesner nutzt ein Onlineformular, um Löhne zu klären, was Spekulationen reduziert. Expertin Anna Sender betont, dass Transparenz nicht immer machbar ist; es erfordert einfache Systeme und Verständnis der Mitarbeitenden. Die öffentliche Verwaltung ist am offensten, während die Finanzbranche zurückhaltender bleibt.

Lohntransparenz gegen die schlechtere Bezahlung von Frauen
Lohntransparenz ist sehr wichtig für die Gleichberechtigung am Arbeitsmarkt. Frauen verdienen immer noch oft weniger als Männer bei gleicher Arbeit.. In Ländern wie Grossbritannien und den USA ist Transparenz üblich, während sie in der Schweiz und Deutschland noch in Entwicklung ist. Unternehmen mit Lohntransparenz erhalten positive Rückmeldungen, und Schritte wie obligatorische Lohnkontrollen und transparente Verdienstbereiche könnten helfen, Gehaltsscheren weiter zu schliessen.
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Ergon lebt Lohntransparenz seit der Gründung
Ergon praktiziert seit fast 40 Jahren Lohntransparenz, eine Strategie, die Vertrauen schafft und die Leistung steigert. Bei ihnen sind alle Vergütungen den Mitarbeiter:innen bekannt und es gibt keine Lohnverhandlungen. Die Löhne werden durch ein Modell bestimmt. Die Kultur des Unternehmens, geprägt von Offenheit und Kooperation, fördert Chancengleichheit und verhindert eine Ellenbogenmentalität.

Wer für mehr Geld eher die Zähne zusammenbeisst – und warum
Eine aktuelle Randstad-Umfrage in Deutschland zeigt, dass Beschäftigte grossen Wert auf Gehalt und Stressbalance legen. Besonders die junge Generation neigt dazu, bei zu hohem Stress einen Jobwechsel in Betracht zu ziehen, auch wenn es finanziell schmerzhaft ist. Für Unternehmen bedeutet dies, dass neben finanzieller Sicherheit auch gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen geschaffen werden müssen, um Talente zu binden. Gleichzeitig ist Jobsicherheit ein entscheidender Faktor, der Beschäftigte trotz Unzufriedenheit im Job hält.
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Innovation

Queb HR Innovation Awards 2025
Beim Queb HR Innovation Award 2025 wurden innovative Projekte in Employer Branding, Personalmarketing und Recruiting ausgezeichnet. Aus 33 Bewerbungen gab es sechs Finalisten. Peaches gewann in der Kategorie „Dienstleister“ mit ihrem „Female Lifecycle Management“-Ansatz, während Bayer bei den Unternehmen mit „Talent Gateway“ überzeugte. Die Gewinner werden automatisch bei den Trendence Awards gelistet. Die Projekte zeigen, wie durch Innovation HR-Prozesse zukunftsorientiert gestaltet werden können.

5 neue Startups: movatrans, ConnectHubAI, Flatmatch, Willow Stories, Kontext21
Frische Ideen gesucht? Hier werden fünf neue Startups vorgestellt: movatrans aus Hamburg bietet einen digitalen Umzugsservice für Privat- und Geschäftskunden an. ConnectHubAI aus München unterstützt Recruiting-Teams durch Persönlichkeitstests und KI-Matching. Flatmatch in Berlin vereinfacht die Wohnungssuche für junge Menschen mit kostenlosen Inseraten. Willow Stories aus Wien bietet digitale Nachrufe mit einem persönlichen Ansatz. Kontext21 in Berlin verwandelt Bildschirm-Pixel in wertvolles Wissen für Entwickler.
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Good Work

Leadership Fatigue – wenn Frauen nicht mehr wollen, obwohl sie könnten
Leadership Fatigue betrifft Frauen in Führungspositionen, die trotz hoher Ambitionen und Qualifikationen nicht weitermachen wollen. Die Ursachen liegen in gesellschaftlichen Zuschreibungen, die Frauen in der Führung mehr emotionale Arbeit abverlangen, die kaum anerkannt wird. Diese Belastung führt oft zu einem leisen Rückzug. Anerkennung «weicher» Kompetenzen und strukturelle Veränderungen sind nötig, um Frauen zu halten und Unternehmen langfristig erfolgreicher zu machen.
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Vergiss Überstunden: Warum die besten Mitarbeitenden pünktlich Feierabend machen
In der modernen Arbeitswelt wird oft erwartet, dass Mitarbeitende Überstunden als Zeichen von Leistung und Loyalität sehen. Doch das Gegenteil ist der Fall: Wer effektiv und strukturiert arbeitet, muss nicht bis spät in die Nacht im Büro bleiben. Zahlreiche Studien belegen, dass verkürzte Arbeitstage die Produktivität steigern und den Krankenstand senken können. Die besten Mitarbeiter sind oft jene, die ein ausgeglichenes Leben führen, kreativ und motiviert sind und sich die Freiheit nehmen, ihre Freizeit sinnvoll zu nutzen.
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Unattraktiver Arbeitsplatz: Mehr als jeder Zweite denkt an Kündigung
Der «Arbeitsplatz-Trendreport 2025» zeigt, dass mehr als die Hälfte der Angestellten in Deutschland einen Jobwechsel in Betracht zieht, wenn das Arbeitsumfeld, die Technik oder Führung nicht stimmen. Besonders frustrierend sind mangelnder Zugang zu Technologie und unklare Kommunikation. 62% der Führungskräfte weltweit erwägen einen Wechsel bei unzureichenden Bedingungen. Produktivität ist für 40% der Befragten seit der Pandemie gestiegen, jedoch kämpfen viele, insbesondere im mittleren Management, mit Produktivitätsverlust. Künstliche Intelligenz wird skeptisch betrachtet, besonders in Deutschland, wo 18% besorgt sind.
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Digitalisierung

HR hat die Daten – aber keine Antworten?
Daten allein reichen nicht aus, um im HR-Bereich strategische Entscheidungen treffen zu können. Entscheidend sind Data Quality, Data Literacy und der Kontext. Datenqualität bedeutet vollständige, korrekte und konsistente Daten. Data Literacy erfordert Schulungen, um Mitarbeitende im Datenumgang zu schulen. Schliesslich muss der Kontext beachtet werden, um Daten zu interpretieren. Unternehmen mit einer ausgereiften Datenstrategie sind nachweislich produktiver und profitabler.

KI-Transformation: Warum Mitarbeitende der Schlüssel zum Erfolg sind
Die erfolgreiche Integration von KI in Unternehmen hängt massgeblich von der Mitarbeiterschaft ab. Ein „KI-Mindset“ und kontinuierliche Weiterbildung sind essenziell, um Blockaden zu vermeiden und die Qualität von Trainingsdaten zu sichern. Der Einsatz von KI verändert berufliche Tätigkeitsprofile und birgt Risiken wie Diskriminierung durch voreingenommene Daten. Zudem sind viele KI-Daten durch prekäre Arbeitsbedingungen weltweit erzeugt.
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English Version
Salary transparency: If you have nothing to hide, you have nothing to fear
You don’t talk about money? That’s exactly the problem. In many companies, salaries are still a closely guarded secret, even though there are no comprehensible reasons for this. It is clear that non-transparent salaries promote unequal treatment, fuel mistrust, and are no longer appropriate in this day and age. Anyone who still believes that fair remuneration can be organized behind closed doors has missed the boat when it comes to changing attitudes.
Salary transparency is not just a moral issue, it is also a competitive advantage. It demonstrates attitude, builds trust, and forces those responsible to justify their decisions clearly. But transparency hurts when there are inequalities that people would rather not explain.
In the first part of today’s newsletter, I invite you to take a critical look at the myths, fears, and opportunities surrounding salary transparency. Other articles also mention examples of pioneering companies such as the Wiesner Gastronomie family and Ergon Informatik, which can already point to the successes of salary transparency. As always, there are other articles worth reading, today on topics such as innovation, good work, and digitalization.
I hope you find it inspiring!
