Resilienz, Generationenmanagement, Leadership Development, Unternehmensführung

Sicherheit war lange eine (angenommene) Selbstverständlichkeit in den meisten Organisationen – ein Ziel, das durch Planung, Kontrolle und Effizienz erreichbar schien. Doch die Realität holt uns ein: Disruption, geopolitische Spannungen und Kriege, Klimarisiken und technologische Umbrüche zeigen, dass Unsicherheit nicht die Ausnahme, sondern das neue Normal ist.

Der Artikel von Gunnar Sohn im ersten Beitrag meines heutigen Newsletters argumentiert, dass wir die Ordnung unseres Denkens weiterentwickeln müssen – nicht nur in der Ökonomie, sondern auch in der Art, wie wir Organisationen führen. Für HR bedeutet das: weniger Absichern, mehr Befähigen. Weniger Zukunftsprognosen, mehr Zukunftskompetenz.

Wie gehen wir als HR-Verantwortliche mit dieser Unsicherheit um?

Einige Denkanstösse:

  • Wir könnten Resilienz fördern statt nur Stabilität – auf individueller, teambezogener und organisationaler Ebene.
  • Wir könnten Lernräume einrichten und auch selber nutzen, in denen nicht Perfektion, sondern Anpassungsfähigkeit zählt.
  • Wir könnten eine Führung stärken, die nicht alles wissen muss, aber Sicherheit im Umgang mit Nichtwissen vermittelt.
  • Wir könnten als HR Vermittler sein, um Orientierung und Vertrauen zu schaffen, wenn klassische Steuerungsinstrumente versagen.

Unsicherheit ist kein Mangel an Wissen – sie ist ein Aufruf zur Reife und zur Steigerung der psychologischen Sicherheit.

Auch einige der anderen Artikel setzen sich mit dem Umgang mit Unsicherheit auseinander. Als 3-facher Grossvater hat mir zum Beispiel die Idee mit dem Oma-Code sehr gut gefallen.

Auch denjenigen, die noch nicht Grosseltern sind, wünsche ich viel Inspiration beim Lesen.


CanStockPhoto


Resilienz



Widerstandskraft als Zukunftskategorie – Warum die Ökonomie eine neue Ordnung des Denkens braucht

Widerstandskraft als Zukunftskategorie – Warum die Ökonomie eine neue Ordnung des Denkens braucht

Eine interessante Reflexion zum Konzept der Resilienz, das zunehmend an Bedeutung in der Wirtschaft gewinnt, da es sich von der traditionellen Fixierung auf Effizienz und Risiko abhebt. Resilienz geht über Robustheit hinaus und fokussiert sich auf Anpassungsfähigkeit und die Fähigkeit, Rückschläge zu überwinden. In der Praxis fehlen jedoch oft Strukturen, die dynamische und lernfähige Reaktionen ermöglichen. Die ungleiche Verteilung von Resilienz kann langfristig ökonomische Ungleichheit verstärken. Eine resiliente Wirtschaftspolitik erfordert Agilität und Kooperation auf globaler Ebene.

Zum Beitrag «Widerstandskraft als Zukunftskategorie – Warum die Ökonomie eine neue Ordnung des Denkens braucht»



Führung mit Bodenhaftung | Der Oma-Code

Führung mit Bodenhaftung | Der Oma-Code

In einer zunehmend komplexen Geschäftswelt, die von Buzzwords wie Agilität und Disruption geprägt ist, betonen Paul Johannes Baumgartner und Holger Mandel den Wert traditioneller Weisheiten unserer Grossmütter. Sie glauben, dass altmodische Tugenden wie Liebe, Geduld, Fleiss und Pflichterfüllung, die uns von unseren Omas vermittelt wurden, auch heute noch essenziell für erfolgreiche Führung sind. Erfolg sollte nicht nur in Zahlen gemessen werden, sondern auch in den Beziehungen, die man aufbaut. Ein gutes Oma-Bild kann helfen, den gesunden Menschenverstand im Business zu stärken.

Zum Beitrag «Führung mit Bodenhaftung | Der Oma-Code»



Führen in unsicheren Zeiten : Warum Optimismus für Führungskräfte nicht mehr genug ist

Führen in unsicheren Zeiten : Warum Optimismus für Führungskräfte nicht mehr genug ist

Vera Starker diskutiert in ihrem Buch die Wichtigkeit von Zuversicht in unsicheren Zeiten, anstelle von blossem Optimismus. Zuversicht erfordert Handeln, Hoffnung und Resilienz. Führungskräfte sollten sich dabei auf das Mögliche konzentrieren und Selbstführung vor Selbstoptimierung stellen. Rückfälle in autoritäre Führungsstile sind kontraproduktiv, da sie Mitarbeitenden das Gefühl von Selbstwirksamkeit nehmen. Arbeit muss so gestaltet sein, dass Mitarbeitende Produktivität und Kompetenz erleben können.

Zum Beitrag «Führen in unsicheren Zeiten : Warum Optimismus für Führungskräfte nicht mehr genug ist»


Generationenmanagement



Generationenwechsel: Wie wertvolles Erfahrungswissen bleibt und aktiv genutzt werden kann

Generationenwechsel: Wie wertvolles Erfahrungswissen bleibt und aktiv genutzt werden kann

Die demografische Welle führt zu einer Wissenslücke, da viele Erwerbstätige aus dem Berufsleben ausscheiden. Für Unternehmen wird es entscheidend, Erfahrungswissen dynamisch statt statisch zu managen. Dies erfordert eine lernfähige Infrastruktur, die Wissen kontextbezogen zugänglich macht. Technologie kann dazu beitragen, solange klare Governance-Strukturen etabliert sind. Wissensmanagement ist ein strategischer Hebel für Transformation und erfordert Haltung, Struktur und Priorität, um nachhaltige Wirkung zu erzeugen.

Zum Beitrag «Generationenwechsel: Wie wertvolles Erfahrungswissen bleibt und aktiv genutzt werden kann»



Was wir vermissen werden, wenn die Boomer den Arbeitsmarkt verlassen

Was wir vermissen werden, wenn die Boomer den Arbeitsmarkt verlassen

Mit dem bevorstehenden Ausscheiden der Boomer-Generation (1946-1964) vom Arbeitsmarkt werden bedeutende Lücken sichtbar. Ihre pragmatische Arbeitsweise, Resilienz und Fähigkeit, sich an verändernde Rahmenbedingungen anzupassen, prägten das Arbeitsumfeld massgeblich. Zudem zeichnen sie sich durch einen gelassenen Umgang mit Technologien und einer ausgeprägten Teamfähigkeit aus. Diese Eigenschaften könnten in Zukunft fehlen.

Zum Beitrag «Was wir vermissen werden, wenn die Boomer den Arbeitsmarkt verlassen»


Leadership Development



Leadership Development Is Broken, Because We're Asking The Wrong People If It's Working

Leadership Development Is Broken, Because We’re Asking The Wrong People If It’s Working

Die milliardenschwere globale Branche der Führungskräfteentwicklung wird hauptsächlich von denjenigen bewertet, die die Programme gestalten, anstatt von den Mitarbeitenden, die davon profitieren sollen. Studien zeigen, dass Führungstrainings oft theoretisches Wissen vermitteln, das in der Praxis nicht umgesetzt wird. Viele Führungskräfte versagen in Schlüsselkompetenzen wie Transparenz, Anerkennung und Feedback. Um dies zu lösen, sollten Unternehmen kontinuierliche Feedback-Schleifen schaffen, die die tatsächliche Wirksamkeit von Führung messen.

Zum Beitrag «Leadership Development Is Broken, Because We’re Asking The Wrong People If It’s Working»


Unternehmensführung



Der Purpose

Der Purpose

In der satirischen Erzählung wird CEO Kipplers Suche nach einem Unternehmens-Purpose zur Farce. Trotz intensiver Taskforce-Arbeit mit Mitarbeitenden aus verschiedenen Bereichen, darunter Influencer und Diversity-Beauftragte, verläuft alles ins Leere. Beratungsunternehmen profitieren, echte Partizipation fehlt. Letztlich wird der Purpose von Kippler selbst festgelegt. Die Geschichte zeigt, wie der Zweck entfremdet wird und anschaulich verdeutlicht, dass oberflächliche Inszenierungen oft nur zu Zynismus führen.

Zum Beitrag «Der Purpose»



Open Mind

Open Mind

Ein interessanter Zwischenruf von Thomas Gartenmann: Offenheit bedeutet, einen regulierten Nervensystemzustand aufrechtzuerhalten, insbesondere in herausfordernden Momenten. In einem Zustand von Sicherheit und Verbundenheit können wir tiefer zuhören und verschiedene Perspektiven berücksichtigen. Bei Stress wechseln wir oft in den Kontrollmodus und werden reaktiver. Wahres offenes Denken beginnt mit Selbstbeobachtung ohne Urteil. Anstatt Intelligenz mit schnellen Antworten zu verbinden, sollten wir lernen, neugierig und offen zu bleiben, auch wenn wir unsicher sind. Dies zeichnet grossartige Führungspersönlichkeiten aus.

Zum Beitrag «Open Mind»



Produktivität steigern: 3 HR-Tipps, die echte Ergebnisse liefern

Produktivität steigern: 3 HR-Tipps, die echte Ergebnisse liefern

In einer sich schnell verändernden Arbeitswelt ist es entscheidend, Produktivität nicht nur als Buzzword zu sehen. Unternehmen sollten in das Wohl ihrer Mitarbeitenden investieren, beispielsweise durch flexible Arbeitszeiten und regelmässige Feedbackgespräche. Dies steigert sowohl Motivation als auch Produktivität. Der Fokus sollte auf smarter Arbeit liegen und auf Systemen, die langfristig Leistung sichern.

Zum Beitrag «Produktivität steigern: 3 HR-Tipps, die echte Ergebnisse liefern»




English Version


Safety has long been an (assumed) matter of course in most organizations – a goal that seemed achievable through planning, control and efficiency. But reality is catching up with us: Disruption, geopolitical tensions and wars, climate risks and technological upheaval show that uncertainty is not the exception, but the new normal.

Gunnar Sohn’s article in the first section of today’s newsletter gets to the heart of the matter: we need to evolve the way we think – not only in the economy, but also in the way we manage organizations. For HR, this means: less safeguarding, more enabling. Less future forecasting, more future competence.

How do we as HR managers deal with this uncertainty?
Some food for thought:

  • We could promote resilience instead of just stability – at an individual, team and organizational level.
  • We could set up and use learning spaces in which adaptability, not perfection, counts.
  • We could strengthen leadership that does not need to know everything, but conveys confidence in dealing with ignorance.
  • As HR, we could act as mediators to create orientation and trust when traditional management tools fail.

Uncertainty is not a lack of knowledge – it is a call for maturity and an increase in psychological security.

Some of the other articles also deal with dealing with uncertainty. As a grandfather of three, I really liked the idea of the «grandma code», for example.

I wish also those who are not yet grandparents lots of inspiration while reading.

Ihre Stärken gezielt stärken.



Copyright © , peopleXpert GmbH, alle Rechte vorbehalten | Design & Umsetzung: Creationworx.ch