Trends und Gegentrends, Good Work, Digitalisierung und KI, HR Leadership, Zukunft der Arbeit

Digitalisierung, KI, New Work, Individualisierung, Nachhaltigkeit – das sind einige der Begriffe, die aktuell jede HR-Strategie prägen. Sie gelten als Megatrends und versprechen Zukunftsfähigkeit. Doch was oft übersehen wird: Jeder dieser Trends bringt Gegentrends mit sich. Und genau hier beginnt eine der spannendsten Aufgaben des modernen Human Resource Managements – das Zulassen und Gestalten von Widersprüchen.

Die Gegentrend Map von «The Future Project» zeigt eindrücklich: Wo Digitalisierung zunimmt, wächst auch das Bedürfnis nach Digital Detox. Wo New Work Freiheit verspricht, suchen sich andere nach Stabilität und klaren Strukturen. Zwischen Individualisierung und «Wir-Kultur» entsteht ein Spannungsfeld, das Unternehmen produktiv nutzen können – wenn sie es erkennen.

Gegentrends sind keine Ablehnung des Fortschritts. Sie sind korrigierende Bewegungen, die Übertreibungen ausgleichen und neue Perspektiven eröffnen. Sie zeigen, dass Menschen unterschiedliche Bedürfnisse haben – gerade in Zeiten des Wandels.

Beispiele aus dem HR-Alltag:

  • Homeoffice und Quiet Quitting vs. Back to Office und Hustle Culture
  • Entgrenzung durch mobiles Arbeiten vs. Achtsamkeit und mentale Gesundheit
  • Sinnorientierung und Selbstverwirklichung vs. Sicherheitsbedürfnis und Struktur

Wir im HRM sollten diese Widersprüche nicht glätten, sondern können sie moderieren. Denn echte Transformation entsteht nicht durch einseitige Bewegung, sondern durch Dialog zwischen Gegenpolen.

Moderne HR-Arbeit ist nicht nur Gestalter von Trends, sondern auch Raumgeber für Gegentrends. HRM kann:

  • Unterschiedliche Bedürfnisse sichtbar machen (z.B. durch Mitarbeiterbefragungen oder Personas)
  • Hybride Lösungen entwickeln, die Diversität zulassen
  • Räume für Reflexion und Diskussion schaffen – z.B. in Form von Future Labs, Brown Bag Sessions oder HR-gestützten Community Circles

In einer komplexen Welt hilft es nicht, sich nur an die Trendspitze zu hängen. Genauso wenig bringt es etwas, jeden Gegentrend als Rückschritt abzutun. Der Schlüssel liegt im sowohl als auch – in der bewussten Auseinandersetzung mit Spannungsfeldern. HR könnte hier Moderator, Vermittler und Möglichmacher sein. Denn Transformation geschieht nicht im Gleichschritt – sondern im Dialog der Gegensätze.

Viel Inspiration bei der Auseinandersetzung mit Trends und Gegentrends

P.S.: Sie haben es sicher auch gelesen: Am 8.5. ist ein «Personaler» zum Papst gewählt worden. Ich gratuliere ganz herzlich und wünsche ihm, dass er mit seiner Persönlichkeit und seinen Erfahrungen, zu denen auch das Personalmanagement gehört, die Wirkung erzielt, die dringend nötig ist.



Trends und Gegentrends



The Future Project

The Future Project

Eine sehr interessante Grafik von «The Future Project», die sehr viel Diskussions- und Reflexionsstoff bietet. Vielen Dank an die Autorinnen und Autoren.

Zum Beitrag «The Future Project»


Good Work



Fachkräftemangel: Angestellte fordern Homeoffice

Fachkräftemangel: Angestellte fordern Homeoffice

Ein interessantes Interview mit Jörg Buckmann. Viele Angestellte protestieren kreativ gegen die Rückkehr ins Büro, da sie sich an die Vorteile des Homeoffice gewöhnt haben. Die Work-Life-Balance hat durch die Pandemie an Bedeutung gewonnen, und der Fachkräftemangel stärkt die Position der Arbeitnehmer. Unternehmen müssen die Vorteile der Büropräsenz besser kommunizieren. Der Arbeitsmarkt zeigt jedoch einen Anstieg an Stellen mit Homeoffice-Optionen, was den Wünschen der Arbeitnehmer entgegenkommt.

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Digitalisierung und KI



ChatGPT halluziniert immer mehr und OpenAI weiss nicht, warum

ChatGPT halluziniert immer mehr und OpenAI weiss nicht, warum

OpenAIs neueste KI-Modelle, wie GPT o3 und o4-mini, zeigen nach internen Tests trotz höherer Leistungsfähigkeit vermehrte Halluzinationen. Besonders die neuen „Reasoning“-Modelle, die logische Denkschritte wie Menschen simulieren, haben mit Fehlerraten von bis zu 79% zu kämpfen. Diese Entwicklungen werfen Fragen zur praktischen Anwendbarkeit auf, da die Systeme vermehrt Fehler produzieren, was den Nutzen der Automatisierung beeinträchtigt. OpenAI forscht intensiv, um die Ursachen zu klären und Lösungen zu finden.

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KI-Experiment: Warum KI-Agenten als Mitarbeiter (noch) ein teurer Witz sind

KI-Experiment: Warum KI-Agenten als Mitarbeiter (noch) ein teurer Witz sind

Ein Experiment der Carnegie Mellon University zeigt, dass KI-Agenten aktuell nicht ausreichen, um Menschen in Unternehmen vollständig zu ersetzen. In einem Versuch, bei dem KI-Agenten von Google, Meta und anderen ein fiktives Softwareunternehmen steuerten, schaffte es das effizienteste Modell lediglich 24 Prozent der Aufgaben zu erfüllen. Die KI-Tools sind häufig überfordert, verursachen hohe Kosten und betreiben in manchen Fällen sogar Betrug. Die Ergebnisse zeigen: KI kann unterstützen, aber menschliche Expertise und Kontrolle bleiben unerlässlich.

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Die Kunst des richtigen Promptens: 5 Tipps für bessere Ergebnisse

Die Kunst des richtigen Promptens: 5 Tipps für bessere Ergebnisse

Die Kunst des richtigen Promptings ist entscheidend, um das volle Potenzial von KI-Systemen. Erfolgreiches Prompting basiert auf klaren, präzisen und kontextuell reichhaltigen Anweisungen. Wichtige Tipps beinhalten Klarheit, Freundlichkeit, den Kontext bereitzustellen, einfache Sprache zu verwenden und den Dialog aufzubauen. Zum Beispiel in der Zeitarbeit kann dies Prozesse beschleunigen und optimieren. Die Zukunft sieht eine steigende Nachfrage nach „KI-Promptern“ vor.

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HR Leadership



It's HR's Time to Lead

It’s HR’s Time to Lead

Die aktuelle Geschäftswelt bietet HR eine einzigartige Gelegenheit, strategische Führung zu übernehmen. Homeoffice, volatile Arbeitsmärkte und AI erfordern neue Ansätze in Zusammenarbeit und Talentmanagement. Erfolgreiche HR-Führung verknüpft Personalstrategien mit Geschäftsergebnissen und fördert Mitarbeiterengagement und kognitive Diversität. CHROs steigen vermehrt zu CFOs auf, da ihr Verständnis für menschliches Verhalten zentral wird. HR muss Resilienz aufbauen, Technologie menschlicher gestalten und strategisch denken, um langfristigen Erfolg zu sichern.

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Ein Personaler wird Papst

Ein Personaler wird Papst

Die katholische Kirche hat mit Leo XIV., zuvor bekannt als Robert Francis Prevost, den ehemaligen Personalchef der römischen Kurie zum Papst gewählt. Als Leiter des für Bischöfe weltweit zuständigen Dikasteriums bringt er seine HR-Kompetenzen in sein neues Amt ein.

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Zukunft der Arbeit



WEF: Work Trends

WEF: Work Trends

In der neuen Ausgabe des World Economic Forum-Newsletters 3 Work Trends geht es um die Zukunft der Arbeit im Jahr 2025. Angestellte legen zunehmend Wert auf langfristige Sicherheit, Werte und Wachstum, anstatt auf oberflächliche Vergünstigungen. Flexibilität, Vertrauen, Autonomie und Umschulungsangebote sind entscheidend. Die Digitalisierung fördert inklusive Arbeitsumgebungen, wie durch die Plattform Inclusively gezeigt wird. Dabei verändert der globale Wandel die Arbeitswelt tiefgreifend und erfordert Anpassungen in Politik und Wirtschaft, um zukunftsfähige Arbeitsmärkte zu schaffen.

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HRM-Weiterbildungen an der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich


strategisch | aktuell | noch digitaler mit noch mehr KI-Inhalten

CAS Digitalisierung und AI im HRM
Jetzt anmelden: Die nächste Durchführung startet im Juli 2025.

CAS Strategie im HRM
Die nächste Durchführung startet im Januar 2026.

CAS Innovation im HRM
Die nächste Durchführung startet im Januar 2026.




English Version


Digitalization, AI, new work, individualization, sustainability—these are just some of the terms currently shaping every HR strategy. They are considered megatrends and promise a sustainable future. But what is often overlooked is that each of these trends brings with it countertrends. And this is precisely where one of the most exciting tasks of modern human resource management begins—allowing and shaping contradictions.

The countertrend map from «The Future Project» clearly shows that where digitalization is on the rise, so is the need for digital detox. Where new work promises freedom, others seek stability and clear structures. Between individualization and «we culture», a field of tension is emerging that companies can use productively—if they recognize it.

Countertrends are not a rejection of progress. They are corrective movements that balance out exaggerations and open up new perspectives. They show that people have different needs – especially in times of change.

Examples from everyday HR life:

  • Home office and quiet quitting vs. back to the office and hustle culture
  • Blurring boundaries through mobile working vs. mindfulness and mental health
  • Meaning and self-fulfillment vs. need for security and structure

We in HRM should not smooth over these contradictions, but rather moderate them. Because real transformation does not come about through one-sided movement, but through dialogue between opposing poles.

Modern HR work is not only a shaper of trends, but also a space provider for countertrends. HRM can:

  • Make different needs visible (e.g., through employee surveys or personas)
  • Develop hybrid solutions that allow for diversity
  • Create spaces for reflection and discussion—e.g., in the form of future labs, brown bag sessions, or HR-supported community circles

In a complex world, it doesn’t help to just jump on the bandwagon. Nor does it help to dismiss every countertrend as a step backwards. The key lies in both – in consciously addressing areas of tension. HR could be a moderator, mediator, and enabler here. Because transformation doesn’t happen in lockstep – it happens through dialogue between opposites.

Lots of inspiration for exploring trends and countertrends

P.S.: As you have probably read, a human resources expert was elected pope on May 8. I would like to offer my sincere congratulations and wish him every success in using his personality and experience, which includes human resources management, to achieve the impact that is so urgently needed.

Ihre Stärken gezielt stärken.



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