Zukunftsforschung, Job Hugging, Transformation Management, Employer Branding und Rekrutierung, DE&I, Lohntransparenz
In einem neuen Artikel weist Zukunftsforscherin Amy Webb darauf hin, dass wir uns in einem Technologie‑Superzyklus befinden, dessen Intensität alles von globalen Lieferketten bis hin zu unseren alltäglichen Interaktionen neu gestaltet.
Drei zentrale Megatrends treiben diesen Wandel an: Künstliche Intelligenz, Biotechnologie und ein boomendes Ökosystem vernetzter, mobiler Geräte. Webb mahnt, dass Unternehmen nicht nur jeden relevanten Trend für sich erkennen müssen, sondern vor allem deren interdisziplinäres Zusammenspiel verstehen und strategisch nutzen.
Für uns im HRM ergeben sich aus dem Technologie-Superzyklus aus meiner Sicht folgende Themenfelder:
- Talentstrategien unter dem Einfluss von KI verändern: LLMs sind längst Standard. Spezialisierte KI‑Lösungen entstehen und damit eine Chance, passende Strukturen zu schaffen.
- Skill-Gaps erkennen und Schulungen agil gestalten: Wir müssen Weiterbildung noch konsequenter als strategisches Tool etablieren, um Mitarbeitende zukunftsfähig zu machen. Und dafür müssen wir neue Formate finden.
- Employer Branding und agile Unternehmenskultur: Wenn in Zukunft mehr Top-Talente Blue Chip Firmen verlassen, um eigene Unternehmen zu gründen, müssen wir, um als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben, ein «Gegengewicht» mit attraktiven Karriere‑ und Innovationsmöglichkeiten schaffen.
- Ethik im Fokus: KI bringt nicht nur Produktivitätsvorteile, sondern auch Risiken rund um Datenschutz, ethische Standards und Regulierung, die wir mitdenken müssen.
Ein weiterer, interessanter Gedanke ist mir in der vergangenen Woche begegnet: Während wir uns nach wie vor mit einer hohen Bereitschaft zum Arbeitgeberwechsel herumschlagen, gibt es erste Anzeichen für eine Gegenbewegung. Haben Sie schon mal etwas von «Job Hugging» gehört? Ob aus diesen Anzeichen ein Trend wird, bleibt allerdings abzuwarten.
Viel Inspiration beim Lesen

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Zukunftsforschung

Zukunftsforscherin Amy Webb über die Neuausrichtung von Unternehmen
Laut Amy Webb befinden wir uns in einem Technologie-Superzyklus, geprägt durch KI, Biotechnologie und vernetzte Geräte. Diese Innovationen transformieren Branchen, von Gesundheitswesen bis Web3. Unternehmen müssen strategisch denken: KI bietet Effizienz und neue Geschäftsmodelle, während Web3 von regulatorischen Unsicherheiten gehemmt wird. Zukunftssichere HR-Strategien sind entscheidend, um Talente für spezialisierte Bereiche zu sichern und Mitarbeitende auf die neuen Technologien vorzubereiten.
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Job Hugging

Job Hugging: Warum eure besten Leute nicht mehr kündigen – und weshalb das ein Problem ist
Der Trend des «Job Hugging» beschreibt, dass viele Arbeitnehmer:innen aus Angst vor einer unsicheren Wirtschaftslage am aktuellen Job festhalten, statt neue Möglichkeiten zu erkunden. Überraschenderweise ist dieses Verhalten besonders in der Gen Z stark ausgeprägt. Diese Zurückhaltung kann berufliche Stagnation und fehlende persönliche Entwicklung zur Folge haben.

Job Hugging: Is It A Survival Tactic Or A Fear-Based Status Quo Trap?
Auch in diesem Beitrag geht es um «Job Hugging», das Phänomen, dass Mitarbeitende in ihren Jobs bleiben, obwohl diese nicht mehr ideal passen, oft aus Angst vor Unsicherheit im aktuellen Arbeitsmarkt. Gründe sind finanzielle Sicherheit oder Loyalität. Besonders in Zeiten von Entlassungen und dem Aufkommen von KI suchen viele Halt im Bestehenden, was jedoch auch zu Innovationsverlust führen kann. Um zu entscheiden, ob Job Hugging sinnvoll ist, sollten sich Mitarbeiter fragen, ob sie aus Wachstum oder Angst bleiben.
Zum Beitrag «Job Hugging: Is It A Survival Tactic Or A Fear-Based Status Quo Trap?»

Adecco Group Swiss Job Market Index (Job Index)
Der Adecco Group Swiss Job Market Index Q2 2025 zeigt einen Rückgang von -1% gegenüber Q1 und -3% zum Vorjahr. Besonders betroffen sind IT-, Verwaltungs- und kaufmännische Berufe, während Gesundheits- und Betreuungsberufe zulegen. Gründe sind Konjunkturflaute, Automatisierung und KI. Die Deutschschweiz erlebt einen stärkeren Stellenrückgang als die lateinische Schweiz. Während Gesundheitsberufe +9% verzeichnen, schrumpft der IT-Bereich um -31%. Fachkräftemangel und Digitalisierung beeinflussen die Trends massgeblich.
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Transformation Management

Tunnelblick ist teuer – Kontext is the Key
Veränderungen in Unternehmen scheitern oft an fragmentierten Ansätzen. Ein ganzheitlicher Blick auf sieben Performance-Bereiche – Kultur, Prozesse, Führung, Innovationsfähigkeit, Marke, Mensch und Kommunikation – ist entscheidend. Kultur wirkt sich stark auf den Erfolg aus und muss aktiv gestaltet werden. Führungskräfte brauchen Soft-Skills, um Veränderungen zu leiten. Innovation erfordert ein Growth-Mindset und die Marke muss in Veränderungsprozesse integriert sein. Der Mensch steht im Zentrum, Kommunikation ist essenziell für Klarheit. Ganzheitliche Planung spart langfristig Ressourcen und erhöht die Performance.
Employer Branding und Rekrutierung

Praxisbeispiel: Mit YouTube und Creator-Formaten zu mehr Sichtbarkeit im Employer Branding
Die Techniker Krankenkasse (TK) hat mit ihrer „ZOOM IN“-Kampagne ein innovatives Employer Branding-Format geschaffen, das YouTube als Hauptkanal nutzt. Ziel ist es, authentische Einblicke in die Arbeitswelt der TK zu geben. Die Kampagne kombiniert längere YouTube-Videos mit Kurzformaten auf TikTok, Instagram und YouTube Shorts. Dies führte zu mehr als 1,5 Millionen Videoaufrufen und einer 29-prozentigen Steigerung der Seitenbesuche.

KI in der Rekrutierung
Die Integration von KI in den Rekrutierungsprozess revolutioniert die Personalbeschaffung durch Automatisierung und erhöhte Effizienz. KI hilft, wiederkehrende Aufgaben zu erledigen, verbessert die Kandidatenerfahrung und konzentriert sich auf Fähigkeiten statt demografische Merkmale, was zur Vielfalt beiträgt. Sie analysiert große Datenmengen, um passende Kandidaten zu identifizieren, und reduziert Verzerrungen. Trotz Vorteilen wie objektiver Bewertung und Kosteneinsparung birgt KI Herausforderungen, etwa Datenschutzrisiken und mangelnde emotionale Intelligenz.
DE&I

Wegen Donald Trump: Firmen streichen Diversity – Bund hält daran fest
Donald Trump fordert Schweizer Firmen in den USA auf, auf Diversitätsprogramme zu verzichten. Mehrere Unternehmen wie UBS, Roche und Novartis haben daraufhin ihre DEI-Ziele gestrichen. Die Schweizer Bundesverwaltung widersetzt sich diesem Trend und setzt weiterhin auf Diversity Management, um ein diskriminierungsfreies Umfeld zu schaffen. Der Wirtschaftsverband Advance lobt diese Haltung und betont die Vorteile von Chancengleichheit. Trotz Trumps Druck verfolgen viele Schweizer Unternehmen weiterhin DEI-Strategien.
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Lohntransparenz

Ein Jahr vor Inkrafttreten der EU-Entgelttransparenzrichtlinie: Unternehmen erwarten aufwendige Umsetzung – und fühlen sich noch nicht vorbereitet
Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie tritt 2026 in Kraft, um Lohngerechtigkeit zu fördern. Unternehmen stehen vor Herausforderungen: 46 % erwarten eine Implementierung von über sechs Monaten. Eine Stepstone-Umfrage zeigt, dass viele noch unvorbereitet sind und interne Konflikte sowie höhere Personalkosten fürchten. Nur 31 % sind mit den Anforderungen vertraut. Die Schweiz ist von der Richtlinie nicht betroffen, sollte diese Entwicklung aber nicht ignorieren.
English Version
In a recent article, futurist Amy Webb points out that we are in a technology supercycle whose intensity is reshaping everything from global supply chains to our everyday interactions.
Three key megatrends are driving this change: artificial intelligence, biotechnology, and a booming ecosystem of connected, mobile devices. Webb warns that companies must not only recognize each trend individually, but above all understand their interdisciplinary interactions and leverage them strategically.
For us in HRM, I believe the technology supercycle gives rise to the following topics:
- Changing talent strategies under the influence of AI: LLMs have long been standard. Specialized AI solutions are emerging, creating an opportunity to create suitable structures.
- Identifying skill gaps and designing agile training programs: We must establish continuing education even more consistently as a strategic tool to make employees fit for the future. And to do that, we need to find new formats.
- Employer branding and agile corporate culture: If more top talent leaves blue chip companies to start their own businesses in the future, we will have to create a “counterweight” with attractive career and innovation opportunities in order to remain attractive as an employer.
- Focus on ethics: AI not only brings productivity benefits, but also risks related to data protection, ethical standards, and regulation, which we must take into account.
I came across another interesting thought last week: while we are still grappling with a high willingness to change employers, there are initial signs of a counter-movement. Have you ever heard of “job hugging”? It remains to be seen whether these signs will develop into a trend.
Enjoy reading and find plenty of inspiration!